Auslandsdienst. An schwedischer Uni dem Holocaust auf der Spur, meinbezirk.at

6.11.2019

Projekt Beschreibung

Der Straßburger Peter Bachleichner (19) absolviert seinen Zivilersatzdienst in der schwedischen Stadt Uppsala. Am Hugo Valentin Center der Universität hilft er bei Forschungen über den Holocaust und den Nationalsozialismus. STRASSBURG, UPPSALA (stp). „Meine Oma hat mir früher immer viel über die Kriegszeit erzählt, mein Opa wurde im Zweiten Weltkrieg schwer verletzt“, erzählt Peter Bachlechner. Der Straßburger hat sich nach der Matura an der HLW St. Veit entschieden, seinen Zivildienst im Ausland zu absolvieren. Über den Österreichischen Auslandsdienst arbeitet er seit August am Hugo Valentin Center der schwedischen Universität in Uppsala als „Austrian Holocaust Memorial Volunteer“. Als Freiwilliger hilft er ohne Entlohnung bei Forschungsarbeiten über den Holocaust – in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Wir dürfen niemals vergessen“

„Man hört und lernt immer nur vom Krieg. Der Holocaust selbst geht aber oft unter. Daher ist es sehr wichtig, sich dafür zu interessieren. Nur so kann man verhindern, dass es nie wieder so weit kommt. Dafür müssen wir als Menschen sorgen“, betont Bachlechner, dass die schlimmen Zeiten nie in Vergessenheit geraten sollten. An der schwedischen Universität leistet er im Rahmen des Auslandsdienstes Vorarbeit für die forschenden Professoren und hilft bei der Forschung zum Holocaust.

Offen für neue Länder und Kulturen

„Man wird im Rahmen der Vorbereitung beim Auslandsdienst schon auf die Arbeit vorbereitet, die einen erwartet. Ich habe mich für Schweden und London fast zwei Jahre im Vorhinein beworben. Bis man den Dienst antreten kann, leistet man Freiwilligenarbeit in Österreich und bereitet sich so auf die Aufgabe vor“, erzählt Bachlechner, der seit seinem Auslandspraktikum an der HLW St. Veit für neue Länder und Kulturen offen ist. „Das hat mir damals richtig getaugt. Natürlich vermisst man Freunde und Familie, Heimweh hatte ich aber noch nie. Ich bin sehr offen, lerne gerne neue Leute kennen“, sagt Bachlechner, der damals drei Monate in England verbracht hat.

Zehn Monate Schweden statt Zivildienst

Wegen der Offenheit für Neues und der Ablehnung des Präsenzdienstes beim Bundesheer, informierte sich der 19-Jährige schließlich über Möglichkeiten, den Zivildienst im Ausland zu absolvieren. „So bin ich auf den Auslandsdienst gekommen. Wenn du das zehn Monate lang machst, gilt der Dienst wie ein normaler Zivil- oder Präsenzdienst“, erklärt er. Der Auslandsdienst geschieht auf freiwilliger Basis und erfolgt ohne Entlohnung. „Es gibt aber Förderungen von der EU und vom Sozialministerium. Damit kann man sich das Leben im Ausland leisten. Alles weitere finanziere ich mir durch Ersparnisse“, so Bachlechner.

Die Studentenstadt Uppsala

In der nördlich von Stockholm gelegenen Studentenstadt Uppsala leben knapp 170.000 Menschen, ein Drittel davon sind Studenten. „Das passt mir ganz gut. So habe ich schnell viele Bekanntschaften knüpfen und Freunde finden können“, sagt der Straßburger, der sich auch nebe dem Job am Hugo Valentin Institut für internationale Themen interessiert und engagiert. „Nach dem Auslandsdienst möchte ich in Leiden (Anm.: Niederlande) International Studies studieren – ein globales Studium, bei dem es neben Geschichte auch um Politik und internationale Beziehungen geht“, erzählt er.

Projekt Details

  • Datum 7. November 2019
  • Tags Pressearchiv 2019

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