Auslands-Gedenkdienst Jugendlicher bisher vom Boykott verschont, Oberösterreichische Nachrichten

07.04.2000

Projekt Beschreibung

Oberösterreichische Nachrichten 7. April 2000

Auslands-Gedenkdienst Jugendlicher bisher vom Boykott verschont

von Meinhard Buzas

  LINZ. Während unterschiedlichste Jugendgruppen in Europa und anderswo auf Schwierigkeiten, Boykotte und „Ausladungen“ stoßen, häufen sich beim Auslandsdienst für Zivildiener die Zusammenarbeits-Angebote. Seit acht Jahren haben junge Österreicher die Möglichkeit, Zivildienst auch im Ausland zu leisten, und zwar in Form eines 14-monatigen Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienstes. Der vom Politologen Andreas Maislinger gegründete „Auslandsdienst“ ist die größte anerkannte Trägerorganisation nach Zivildienstgesetz für solche Einsätze. Sie vermittelt Jugendliche in 16 verschiedene Länder und ist mit 28 Partnerorganisationen in Kontakt. Info gibt es im Internet (www.auslandsdienst.at). „Während die politische Isolierung Österreichs rundherum zu Absagen und Schwierigkeiten auch beim Jugendaustausch führt, haben gerade in den vergangenen Wochen zehn internationale Organisationen ihr Interesse an der Zusammenarbeit mit dem österreichischen Auslandsdienst bekundet“, sieht Maislinger den Stellenwert dieser Einrichtung steigend. Unter den neuen Interessenten für österreichische Gedenkdienst-teilnehmer waren etwa das Holocaust-Museum in Los Angeles, ähnliche Einrichtungen in Frankreich und Südafrika, drei Sozialdienst-Projekte in Costa Rica und das in Gründung befindliche D-Day-Museum in New Orleans. „In der Öffentlichkeit ist oft von Boykott-Aktionen die Rede, von gegenteiligen Reaktionen, auch in ausländischen Medien, aber nicht“, sagt Maislinger. Der Gedenkdienst im Ausland hat unentgeltlich zu erfolgen. Das Innenministerium erstattet die Kosten für Reise, Verpflegung und Unterkunft zurück. Während beim Zivildienst in Österreich stark auf die Kostenbremse getreten wird, was viele Organisationen, die Zivildiener brauchen, in Schwierigkeiten bringt, gibt es bisher noch keine Anzeichen dafür, dass beim Auslandsdienst ebenfalls finanzielle Abstriche geplant sind.

Projekt Details

  • Datum 2. Juli 2016
  • Tags Pressearchiv 2000

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