Anna Fürstaller kümmerte sich um Kinder in Israel

04.05.2020

Projekt Beschreibung

Anna Fürstaller kümmerte sich um Kinder in Israel

Verein Österreichischer Auslandsdienst: Anna Fürstaller aus Taxenbach arbeitete in einer Israelischen Kindertagesstätte.
Anna Fürstaller aus Taxenbach arbeitete in einer Na’amat Kindertagesstätte in Israel, bis sie aufgrund des Coronavirus vorzeitig heim kam.

TAXENBACH. „Shalom“ und „L’Chaim“ – also Hallo und Prost – waren die einzigen Worte auf Hebräisch, die Anna Fürstaller kannte. Doch dann entschied sich die Taxenbacherin dazu, über den Verein Österreichischer Auslandsdienst in einer Kindertagesstätte in Tel Aviv zu arbeiten. Dabei lernte sie nicht nur die Sprache, sondern auch das Land und die Leute kennen und lieben.

Freiwilligenarbeit in Israel – wie kam es dazu?
ANNA FÜRSTALLER: Andere Länder und Kulturen faszinieren mich, insbesondere Religionen und wie man sie auslebt. Nach meiner Matura wollte ich einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren – nicht nur, um Erfahrungen zu sammeln, sondern auch, um meiner Reise einen Sinn zu geben. Durch meinen Cousin stieß ich auf das Programm „Understanding Israel“ und wusste, das ist das Richtige für mich.

Was war das Besondere daran?
Israel ist ein sehr diverser und umkämpfter Staat. Neben der atemberaubenden Natur sind auch die Menschen dort besonders interessant. Fast jeder hat eine spannende, wenn auch oft traurige Geschichte zu erzählen. Außerdem treffen dort so viele Ethnien und Glaubensgruppen aufeinander, das macht dieses Land so einzigartig. Durch meine Arbeit konnte ich das Land und die Leute kennenlernen und dabei Gutes tun.

Welche Aufgaben hatten Sie dort?
In der Na’amat Kindertagesstätte kümmerte ich mich um Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Ich sah ihnen beim Aufwachsen zu und konnte fast wöchentlich die Fortschritte der Sprösslinge beobachten. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung, mit der Zeit zu einer Vertrauens- und Ansprechperson der Kleinen zu werden.

Fremdes Land, fremde Kinder – war das nicht schwierig?
Tel Aviv ist eine sehr weltoffene Stadt, demnach lebte ich mich schnell ein. Natürlich stieß ich beim Versuch, zwanzig kleine Kinder gleichzeitig zu beruhigen, ab und zu an meine Grenzen. Dazu kam noch die anfängliche Sprachbarriere. Doch ich konnte an der Verantwortung und der Herausforderung wachsen. Schon bald machte ich mich mit dieser so seltsam klingenden Sprache vertraut und auch der unendlich scheinende Kampf mit dem Rad durch den immensen Stau wurde zum täglichen Morgenritual.

Doch dann kam das Coronavirus…
Aufgrund der Pandemie musste ich über vier Monate früher nach Hause als geplant. Die Situation in Israel ist deutlich prekärer als in Österreich. Die Ausgangssperren beschränken sich auf einen 100-Meter-Radius und wer nicht spurt, handelt sich sogleich eine saftige Strafe ein.

Ich vermisse „meine“ Kinder natürlich sehr, doch ich bin froh, wieder zuhause zu sein. Hier verbessere ich meine Hebräisch-Kenntnisse und arbeite weiterhin für den Verein Österreichischer Auslandsdienst, nur jetzt für das Pressereferat für Salzburg. Außerdem haben meine Eltern einen Bauernhof, da gibt es auch immer etwas zu tun.

Geht es „danach“ wieder zurück nach Israel?
Sofern es die Situation zulässt, möchte ich meinen Sozialdienst in der Na’amat Kindertagesstätte möglichst bald fortsetzen. Danach werde ich aber zurück nach Österreich kommen, um zu studieren.

Na’amat verbessert Situation von Frauen

Na’amat ist eine nicht-profitorientierte Organisation in Israel, die sich die Besserstellung von Frauen aller Gesellschaftsschichten zum Ziel gesetzt hat. Die 800.000 Mitglieder verschiedener Herkunft und Glaubensrichtungen sind vorwiegend freiwillig tätig. Neben der Kinderbetreuung umfassen die Haupttätigkeitsbereiche der Organisation die Öffentlichkeitsarbeit sowie gemeinschaftlich-soziale Zentren. Außerdem bietet Na’amat ein umfassendes Bildungsprogramm, Rechtsberatung und Mediation, Anlaufstellen für Gewalt-Opfer sowie Programme zur Intervention, Behandlung und Prävention von häuslicher Gewalt.

Verein Österreichischer Auslandsdienst

Der Verein Österreichischer Auslandsdienst bietet die Möglichkeit, einen Freiwilligen- oder Zivilersatzdienst im Ausland zu leisten. Dieser kann als Gedenkdienst, Sozialdienst oder Friedensdienst absolviert werden. Anna Fürstaller ist eine von fünf Salzburgern, die heuer diese Möglichkeit nutzte. Aufgrund der Corona-Situation sind alle nach Österreich zurückgekehrt.

Weitere Salzburger im Einsatz

Neben Anna Fürstaller wurden heuer vier weitere Auslandsdienerinnen und -diener aus Salzburg ins Ausland versendet:
  • Der Salzburger Julian Seidenbusch leistete einen Gedenkdienst an der Casa Stefan Zweig in Brasilien.
  • Raoul Leitner aus Hallwang bei Salzburg war als Gedenkdiener in der Holocaust Library in London tätig.
  • Pascal Gruber aus Seekirchen am Wallersee arbeitete am AIAT (Auroville Institute for Applied Technology) in Indien.
  • Manuel Neumayer, wohnhaft in St. Johann im Pongau, wurde vom Loewenstein Rehabilitation Center in Ra’anana beschäftigt.

Alle fünf Auslandsdienerinnen und -diener sind aufgrund der Corona-Situation wieder zuhause.

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Projekt Details

  • Datum 4. Mai 2020
  • Tags Pressearchiv 2020

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