„An das Unrecht nicht gewöhnen“, Neue Zeit (Graz), 11.11.1994

11.11.1994

Projekt Beschreibung

„An das Unrecht nicht gewöhnen“

Graz. Als „Beitrag gegen die Gewöhnung an Leid und Unrecht“ ist eine Ausstellung über das Konzentrationslager Theresienstadt gedacht, die gestern abend in der Grazer Heilandskirche eröffnet wurde: 14 internationale Künstler, die an der Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse bei Anton Lehmden studieren, folgten 1992 einer Einladung in das ehemalige Konzentrationslager 50 Kilometer nordwestlich von Prag. Das Ergebnis ihrer Arbeiten während dieses einwöchigen Aufenthaltes ist in 30 Werken bis 30. November in der Heilandskirche zu sehen.

Initiiert wurde diese Ausstellung vom Projekt Gedenkdienst, einem gemeinnützigen Trägerverein mit Sitz in Tirol, dessen Ziel es ist, ausländische Gedenkstätten nicht zu vergessen. „Wir wollen auch, daß sich junge Leute Probleme der Vergangenheit, wie den Holocaust bewußt machen“, erklärte einer der Künstler, Bernhard Schneider, der seinen Zivildienst in Theresienstadt abgeleistet hat. „Hausherr“ Pastor Othmar Göhring wies darauf hin, daß diese erste Ausstellung im vor zwei Jahren neu gestalteten Kirchenraum anläßlich der Wiederkehr der Reichskristallnacht (9.November), die 1938 auch in Graz ohne Widerspruch von Kirche, Medien oder Bürgern stattgefunden habe, auch einen aktuellen Anlaß habe. Über 200.000 Häftlinge waren von 1939 bis 1945 im Durchgangslager Theresienstadt gewesen.

Projekt Details

  • Datum 24. August 2016
  • Tags Pressearchiv 1994

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