1. Bericht von
DI Bernhard Widerin

 

Einsatzstelle: Asociación Cooperativa Europea Longo Mai Apd. 292, 8000 San Isidro del General

Land der Einsatzstelle: Costa Rica

Dienstantritt: 2. Juli 2001

Berichtszeitraum: 2. Juli 2001 bis 30. Oktober 2001


Die wöchentliche Stundenauslastung betrug 40 Stunden. Meine Einsatzgebiete auf der Finca Sonador lassen sich vor allem in Tätigkeiten für die Landwirtschaft, sowie für die Bildung einteilen.

Tätigkeiten im Juli:
Mein Dienstantritt war der 2. Juli, da der 1. auf einen Sonntag gefallen ist. Um mich an die neuen Gegebenheiten (klimatisch, kulturell, sprachlich) besser anpassen zu können beschäftigte ich mich anfangs hauptsächlich mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Dies war auch wichtig, um das Vertrauen der hiesigen Bevölkerung zu gewinnen und das Dorf besser kennen zu lernen.


Landwirtschaft:
Anfangs arbeitete ich hier vor allem mit der hiesigen Bevölkerung im Zuckerrohranbau mit. Zu dieser Zeit fanden auch bereits die ersten Treffen zur Erarbeitung eines Konzeptes für ein Projekt, bei dem es vor Allem um Medizinalpflanzen geht, statt. Ziel dieses Projektes ist es, mit den Einheimischen ein alternatives Anbauprogramm zum Kaffee zu entwickeln. Obwohl der Kaffeeanbau schon seit längerem unter den Produktionskosten liegt, ist dies immer noch die Haupttätigkeit der meisten Kleinbauern in Costa Rica.


Gitarrenunterricht:
Um die Dorfszene etwas zu beleben begann ich nebenbei auch einen Gitarrenunterricht im Dorf. Am Ende des Monats war dies jeweils eine Stunde am Tag. Mit einem Gitarrenschüler und Stephan Lechner und Andreas Dünser (Zivildiener in San Isidro) übten wir auch für einen kleinen Auftritt bei einem Fest am 7.7 auf der Finca Sonador. Bei diesem Fest waren auch Kinder aus Terraba, einem indigenen Dorf, dass von der Finca Sonador unterstütz wird.


Englischkurs:
Um mich besser auf meinen Englischunterricht vorbereiten zu können begleitete ich anfangs regelmäßig den Zivildiener Pascal Nussbaumer. In Costa Rica wird in den Schulen zwar zum Teil Englisch angeboten. In den ländlichen Schulen ist dies aber nicht der Fall. Die Schüler sind somit auf die Arbeit der Zivildiener oder Freiwilligen angewiesen.


Weitere Tätigkeiten:
Um sich gerade auf die Kurse besser vorbereiten zu können besuchten alle Zivildiener im Abstand von 2 Wochen ein Seminar mit einer Psychologin.
Tätigkeiten im August:

Landwirtschaft:
In diesem Monat wurden die Arbeiten im Zuckerrohr fortgesetzt. Allerdings wendete ich nun mehr Zeit für das Medizinalpflanzenprojekt auf. Gegen Ende des Monats musste der Initiator dieses Projekts wieder in seine Heimat Kolumbien zurückkehren. Da ich dieses Projekt übernehmen sollte arbeitete ich mich mit ihm in den Anbau, sowie die Verwendung dieser Pflanzen ein.
Um erste Pflanzungen durchzuführen und vorerst Samen und Setzlinge zu produzieren wurde im Dorf ein Grundstück bereitgestellt. Mit Roland Spendlingwimmer besuchte ich auch eine Finca in San José, die sich auf den Anbau und die Verarbeitung von Medizinalpflanzen, sowie Gewürzen und Gemüse spezialisiert hatte besucht. Bei dieser Exkursion sammelten wir wichtige Informationen (Anbau, Marktsituation...) sowie Eindrücke für unser eigenes Projekt. Um weiteres Wissen für dieses Projekt zu sammeln waren auch zahlreiche Gespräche mit einheimischen Experten notwendig. Dazu zählen Leute aus der indigenen Bevölkerung in Terraba.
Gleichzeitig wurden auf unserem Versuchsfeld bereits die ersten Pflanzungen unternommen.


Gitarreunterricht:
Der Gitarreunterricht wurde im August weitergeführt.


Englischkurs:
In diesem Monat startete ich auch den ersten eigenen Englischkurs in der Schule der Finca Sonador. Für den Muttertag wurde mit den Kindern auch ein Lied einstudiert. Neben den selbsterstellten Unterlagen werden für den Englischkurs die Unterlagen vom MEP (Ministerio de Educacion Publica; Unterrichtsministerium) sowie ein Englischlehrbuch der ‚University of California' benutzt.


Weitere Tätigkeiten:
Die Einheiten mit der Psychologin wurden fortgesetzt.

Tätigkeiten im September:

Im großen und ganzen wurde im September die Arbeit der vorherigen Monate weitergeführt. Der Zuckerrohranbau wurde aber abgeschlossen und die Kaffeeernte begonnen. Für die bereits angebauten Medizinalpflanzen wurden auch schon erste Pflegearbeiten durchgeführt. Um die Natürlichkeit der Produkte zu garantieren wurde gänzlich auf chemische Mittel (Herbizide, Pestizide, Fungizide) gänzlich verzichtet. Dies erfordert aber einen höheren manuellen Einsatz.
Im September wurde auch die Einheit mit der Psychologin durchgeführt. Um trotzdem ein Bildungsprogramm für die Auslandsdiener weiterzuführen sollen in Zukunft diverse Vortragende zu Themen wie Kulturkonflikte, Identität und Landesgeschichte eingeladen werden.


Weitere Tätigkeiten:
Von 6 bis 8 September fand an der Universität von Golfito das 1 ° Ecoforo de la Zona Sur - Cándida Badilla statt. Mitglieder von Unaproa sowie von der Finca Sonador nahmen an dieser Veranstaltung teil. Im Programm befanden sich Vorträge zu folgenden Themenbereichen:
· Golfo Dulce - ein einzigartiges Ökosystem im Pazifik
· Halbinsel Osa - notwendige Veränderungen in der Forstwirtschaft
· die Situation der Landwirtschaft im Süden Costa Ricas und ihre Perspektiven
· geschützte Wälder im Süden - Gefahren und deren Lösungsansätze
· der Eingriff in die Natur durch das geplante Wasserkraftwerk in Boruca
Zu den Teilnehmern des Öko-Forums zählten diverse Bauerngruppen aus dem Süden des Landes, indigene Organisationen, Vertreter von staatlichen Institutionen wie dem Landwirtschaftsministerium (MAG), dem Umweltministerium (MINAE) und der Elektrizitätsgesellschaft (ICE). Weiters waren Organisationen von Ökotourismus Projekten, Vertreter der Kirche und von Frauenbewegungen sowie diverse Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vertreten.


Tätigkeiten im Oktober:

Siehe September.

Ende des Berichts