Peter Launsky-Tieffenthal zu Gast in Auslandsdienst-Konferenz

Einmal im Monat dürfen wir in unserer Online-Konferenz einen Gast aus Politik, Kultur oder NGOs begrüßen. Am 19. Jänner 2017 war Peter Launsky-Tieffenthal, Leiter der Abteilung Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, zu Gast.

Zur Person

Peter Launsky-Tieffenthal ist seit über 30 Jahren im Diplomatendienst. 1985 startete er seine Karriere im Österreichischen Außenministerium. 1994 bis 1996 war Peter Launsky-Tieffenthal außenpolitischer Berater im Kabinett des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil. Es folgten Tätigkeiten an österreichischen Botschaften in Riyadh, Neu-Delhi, Washington, dann als österreichischer Generalkonsul in Los Angeles, ab 2005 am Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) als Abteilungsleiter des Bürgerservice und anschließend fünf Jahre als Leiter der Presseabteilung sowie als Sprecher der Abteilung Kommunikation und Information. 2012-2014 war Peter Launsky-Tieffenthal UNO-Untergeneralsekretär in New York und damit ranghöchster Österreicher bei den Vereinten Nationen. Seit Ende 2015 ist er Leiter der Abteilung Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium.

Entwicklungszusammenarbeit

Einen Schwerpunkt der Konferenz nahm das Thema Entwicklungszusammenarbeit ein. Wir sprachen über die Sustainable Development Goals (SDGs) und thematisierten dabei auch, wieso diese nicht die selbe Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit erfahren wie beispielsweise das Klimaabkommen in Paris.

Peter Launsky-Tieffenthal erzählte von den Säulen der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, die neben der Wasserversorgung, der ländlichen Entwicklung und dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Justiz und Rechtssystemen auch das Gebiet der Wirtschaftspartnerschaften umfasst. Gerade mit diesem Punkt wird bekräftigt, dass sich die heutige Entwicklungszusammenarbeit nicht auf Wohltätigkeit beschränkt, sondern langfristig auf Basis von Gleichberechtigung eine wirtschaftliche Kooperation ermöglichen soll, um eine stabile Entwicklung in den Partnerländern zu sichern.

Diplomatische Sensibilität

Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sehr spannend war auch die aufkommende Frage zur Bedeutung von Kultur und die schwierige Auseinandersetzung damit, wann Teile einer Kultur kritisch betrachtet werden dürfen ohne eine Kultur als solches anzugreifen. Am Beispiel der Stellung der Frau in einer Gesellschaft wurde die diplomatische Sensibilität, die im Auslandseinsatz gefragt ist, ausführlich diskutiert.

Indien

Peter Launsky-Tieffenthal war vier Jahre als Gesandter an der österreichischen Botschaft in Neu-Delhi tätig. In Indien befinden sich mit dem Tibetan Settlement Office, der Gesundheits- und Bildungseinrichtung Nishtha und dem Dorfprojekt Auroville, drei Einsatzstellen des Österreichischen Auslandsdienstes. Dementsprechend konnten unsere Sozialdiener und Sozialdienst-Kandidaten von den breiten Erfahrungswerten von Peter Launsky-Tieffenthal profitieren. Besonders unsere Indien-Sozialdiener freuten sich über den spannenden Austausch. Momentan selbst an seiner Einsatzstelle damit konfrontiert, griff Indien-Sozialdiener Matthias Hochholzer die Thematik der Wasserknappheit in Indien auf, und erkundigte sich bei Peter Launsky-Tieffenthal über seine Einschätzung zum Konfliktpotenzial, dass sich in wasserarmen Regionen um die wertvolle Ressource ergibt.

Vereinten Nationen

Abschließend erhielten wir noch spannende Einblick in die Arbeit von Peter Launsky-Tieffenthal als Untergeneralsekretär bei den Vereinten Natione in New York. Trotz oder vielleicht auch wegen der bestehenden Schwierigkeit der Konsensfindung, die sich aufgrund der Struktur und der vielen verschiedenen Interessen und Ansichten in dem zwischenstaatlichen Zusammenschluss ergibt, ist Peter Launsky-Tieffenthal nach seiner Tätigkeit in der UNO umso überzeugter von deren Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit:

„Würde es die UNO in dieser Form nicht geben, müsste man sie heute schaffen.“


Für Peter Launsky-Tieffenthal war es ein wichtiges Anliegen der Öffentlichkeit mehr Transparenz über die Tätigkeiten der UNO zu verschaffen, um die Notwendigkeit der Organisation in unserer heutigen Welt darzulegen.