Kurzfassung:
"Haft für 'Gaubeauftragten für Oberösterreich und Salzburg"', so schrieben die österreichischen Tageszeitungen am 11. Februar 1992. Fast täglich fanden sich während der letzten Wochen derartige Sensationsmeldungen in den österreichischen Medien. ... Bemerkenswert finde ich hingegen, daß sowohl unsere zuständigen Politiker als auch die Journalisten über die neue Möglichkeit der Pflichterfüllung in ausländischen Holocaust-Gedenkstätten nicht berichtet haben. ... Nach der Erklärung des Bundeskanzlers, wonach sich auch Österreicher an der Shoa beteiligt haben und die Republik Österreich dafür auch eine Verantwortung trägt, ist dieser Gedenkdienst ein erster Schritt, dieses verbale Bekenntnis durch konkrete Taten nach außen zu dokumentieren. ... Neben der symbolischen Bedeutung der Mitarbeit von Österreichern in den erwähnten Holocaust-Gedenkstätten geht es mir vor allem darum, wenigsten einigen jungen Menschen eine Erfahrung zu ermöglichen, welche für mein Leben von zentraler Bedeutung war. ... Wenn sich die Medien nicht weiter nur auf die vermeintlichen Sensationen der Ewiggestrigen konzentrieren, sondern mir helfen, diesen Gedenkdienst bekannt zu machen, zweifle ich nicht daran, daß sich eine große Zahl junger Österreicher findet, welche sich zu diesem öffentlichen Gedenken an die nationalsozialistischen Verbrechen verpflichten wollen.