Gedenkdienst
Sozialdienst
Friedensdienst

Landesreferat Burgenland - auslandsdienst.at
Landesreferat Kärnten - auslandsdienst.at
Landesreferat Niederösterreich - auslandsdienst.at
Landesreferat Oberösterreich - auslandsdienst.at
Landesreferat Salzburg - auslandsdienst.at
Landesreferat Steiermark - auslandsdienst.at
Landesreferat Tirol - auslandsdienst.at
Landesreferat Vorarlberg - auslandsdienst.at
Landesreferat Wien - auslandsdienst.at

auslandsdienst.at - Verein für Dienste im Ausland nach § 12b Zivildienstgesetz

 
 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

auslandsdienst.at - Verein für Dienste im Ausland nach § 12b Zivildienstgesetz

auslandsdienst.at - Verein für Dienste im Ausland nach § 12b Zivildienstgesetzauslandsdienst.at NEWSLETTER 2009


René J. Laglstorfer ist Auslandsdiener des Jahres

René J. Laglstorfer (25) wurde am 25. Februar 2009 für seine Arbeit in den Holocaust-Gedenkstätten in Oradour und Shanghai von LH Josef Pühringer ausgezeichnet.

Die Zeremonie im Landhaus wurde durch die Begrüßungsworte von LH Josef Pühringer eröffnet. Anschließend sprachen Michel Cullin, der Direktor der Abteilung für französisch-österreichische Beziehungen an der Diplomatischen Akademie Wien, Michael Procházka, der China-Koordinator des Österreichischen Auslandsdienstes, und Andreas Maislinger, der Vorsitzende und Gründer des Österreichischen Auslandsdienstes. Den Höhepunkt des Abends stellte die Überreichung der Auszeichnung durch den Landehauptmann dar.

René J. Laglstorfer leistete für neun Monate Gedenkdienst am Centre de la Mémoire d’Oradour-sur-Glane in Frankreich und weitere drei Monate am Shanghaier Zentrum für Jüdische Studien in China. An beiden Einsatzstellen bewies er großes Engagement im Bereich der Vergangenheitsbewältigung und qualifizierte sich somit als Empfänger dieser Auszeichnung.

Zwei konkrete Ergebnisse seiner Arbeit waren die Organisation des ersten offiziellen Besuches einer österreichischen Delegation in Oradour-sur-Glane sowie die Verleihung des „Austrian Holocaust Memorial Awards“ in der Österreichischen Botschaft in Paris. Auf Vorschlag des jungen Auslandsdieners wurde mit Robert Hébras einer der letzten heute noch lebenden Überlebenden des SS-Massakers von Oradour-sur-Glane durch Österreichs Botschafter Hubert Heiss ausgezeichnet.

Nach neun Monaten wechselte Laglstorfer vom beschaulichen Dorf Oradour-sur-Glane im Herzen Frankreichs in die pulsierende Supermetropole Shanghai an die Ostküste Chinas. Am Zentrum für jüdische Studien, das Teil der renommierten Shanghaier Akademie für Sozialwissenschaften ist, komplementierte Laglstorfer von September bis November 2008 die letzten drei Monate seines Auslandsdienstes. Auch hier standen Führungen, Übersetzungen und historische Recherchen im Zentrum der Arbeit des engagierten Gedenkdieners.

Zu den Gästen zählten Richard Trappl, Direktor des Konfuzius-Institut an der Universität Wien, Botschaftsrat Wang Shunging, Botschaft der VR China in Wien, Gerhard Rauscher, Bürgermeister von Buchkirchen, der Autor Bernhard Rammerstorfer, Raimund Fastenbauer, Generalsekretär des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden, und Bezirkshauptfrau Cornelia Altreiter-Windsteiger von der Bezirkshauptmannschaft Steyr-Land.

Weitere Informationen bei René J. Laglstorfer

Niki Kowall tritt Sozialdienst in argentinischem Straßenkinder-Tagesheim an

Seit 1. Februar 2009 ist Niki Kowall aktiver Sozialdiener am Centro de Atención Integral a la Niñez y Adolescencia (C.A.I.N.A.), einem Tagesheim für Straßenkinder in Buenos Aires an der Grenze der Bezirke San Telmo und La Boca. Neben Kowall arbeitet mit Paul Gründorfer auch ein zweiter österreichischer Auslandsdiener am C.A.I.N.A., letzterer trat seinen Auslandsdienst bereits am 1. August 2008 an.

Das C.A.I.N.A. ist eine Einrichtung der Stadt Buenos Aires, in der laut Schätzungen mehrere tausend Kinder auf der Straße leben. „Seit ich hier bin kamen zwischen 22 und 64 Kinder pro Tag, insgesamt waren sicher weit über 100 verschiedene Kinder hier“, erzählt Kowall von seinen ersten Arbeitstagen als Sozialdiener. Um die Kinder im Alter von wenigen Wochen bis zu 18 Jahren kümmern sich neben den österreichischen Auslandsdienern etwa 15 Sozialarbeiter sowie einige Köchinnen, Büro- und Reinigungskräfte und weitere Mitarbeiter.

Hauptaufgabe der Auslandsdiener ist die Mithilfe bei Frühstück und Mittagessen. Anschließend können sie direkt mit den Kindern arbeiten, die sich auf einem Indoor-Fußballplatz, Tischfußball- und Tischtennistischen oder mit Gesellschaftsspielen beschäftigen können. Nachmittags werden Workshops abgehalten, deren Ziel das spielerische Lernen ist.

„Mit stark verbesserten Spanischkenntnissen sollte es für mich in einigen Monaten möglich sein auch selbst Workshops zu halten“, hofft Kowall, der bisher mit seiner Arbeit und seiner Rolle im C.A.I.N.A. äußerst zufrieden ist: „Da wir zwischen Küchenpersonal und Sozialarbeitern stehen, haben die Kids ein freundschaftliches Verhältnis zu uns.“

Weitere Informationen bei Niki Kowall und in seinem Blog

Der Auslandsdienst auf Polen-Reise

Am 8. Februar 2009 begab sich ein dreiköpfiges Komitee des Österreichischen Auslandsdienstes (Andreas Maislinger, Jakob Schleicher und Jörg Reitmaier) auf eine viertägige Reise nach Polen, deren Ziel es war, sowohl bestehende Partnerschaften zu stärken als auch eine Basis für zukünftige Kooperationen zu schaffen. Mit dem Zug ging es von Österreich zuerst in die Hauptstadt Polens.

n Warschau wurde als erste wichtige Station das Österreichische Kulturforum, wo mit Direktor Walter-Maria Stojan und Vizedirektorin Ernestine Baig gesprochen wurde, besucht. Weiters trafen wir uns mit Direktor des Muzeum Historii Zydów Polskich an dem Jakob Schleicher seit 1. Oktober 2008 seinen Gedenkdienst ableistet. Besonders gut in Erinnerung bleiben auch ein Treffen mit Oberrabbiner Michael Schudrich und ein ausführlichen Gespräch mit dem Österreichischen Botschafter Alfred Längle über unsere Arbeit in Polen.

Nach dem Aufenthalt in Warschau ging es am 11. Februar weiter nach Krakau, wo Besuche im International Cultural Centre, dem Galicia Jewish Museum und unserer Sozialdienst-Einsatzstelle, einer Zweigstelle der Polska Akcja Humanitarna, an der zuletzt Christoph Kolb als Sozialdiener tätig war, auf dem Programm standen. Darüber hinaus konnten mit Christophe Ceska, dem Österreichischen Generalkonsul in Krakau, und der Leiterin des Centre for Holocaust Studies in Krakau, Jolanta Ambrosewicz-Jacobs, Gespräche über zukünftige Kooperationen geführt werden.

Im Nachhinein können wir sagen, dass diese offizielle Reise ein großer Erfolg war und dem Österreichischen Auslandsdienst in Polen eine sehr vielsprechende Zukunft bevorsteht. Besonderer Dank gilt hier Rembert Schleicher, der uns bei den Vorbereitungen für unsere Reise sehr stark unterstützt hat.

Weitere Informationen bei Jakob Schleicher und Jörg Reitmaier

Philipp Sperner leistet Sozialdienst in Indien

Seit Anfang Februar leistet Philipp Sperner seinen Sozialdienst im indischen Nishtha. Philipp Sperner ist der sechste Sozialdiener seit 2003, der im Rahmen des Österreichischen Auslandsdienstes seinen Dienst an der Organisation Nishtha ableistet.

Den Großteil des Tages verbringt der junge Tiroler im dortigen Knowledge Centre, wo unter anderem Computer- und Englischkurse sowie Diskussionsrunden, Filmabende und Sportveranstaltungen stattfinden.

Der Fokus ist bei den Projekten in Nishtha auf alleinstehende Frauen gerichtet, aber auch die Betreuung von Kindern ist Teil der Arbeit. So hilft Philipp zurzeit zum Beispiel auch bei der Vorbereitung auf die Prüfungen der Kinder im März, somit stehen also tägliche Nachhilfe in Englisch und Mathematik auf der Tagesordnung. Nebenbei laufen noch mehrere kleinere Projekte, so zum Beispiel die Vorbereitung auf den Internationalen Frauentag am 8. März.

"Meine Arbeit wird sich im Laufe des nächsten Jahres sicher auch noch oft verändern. Ich habe hier sehr viele Freiheiten was meine Ideen für Projekte betrifft. Ich kann also meine Arbeit gut an meinen jeweiligen Wissens- und Erkenntnisstand anpassen“, so Philipp.

Weitere Informationen bei Philipp Sperner

Jugendbegegnung des deutschen Bundestages in Oradour-sur-Glane

Seit 1996 veranstaltet der deutsche Bundestag anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 alljährlich eine Gedenkstunde zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Rund um diesen Tag wird zudem eine internationale Jugendbegegnung organisiert, welche sich an junge Menschen aus Europa richtet, die in Institutionen zur Erinnerung an den Holocaust tätig sind, sich in Initiativen gegen Antisemitismus und Rassismus engagieren oder einen persönlichen Bezug zu dieser Thematik haben.

Im Rahmen der Jugendbegegnung besuchten die Teilnehmer in diesem Jahr die Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane. Nach einem Tag zum Kennenlernen in Berlin ging die Reise vorerst nach Paris, wo neben dem Besuch des Mémorial de la Shoah bzw. des jüdischen Viertels Marais auch ein Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Simone Veil sowie Patrick Desbois – einem katholischen Priester, der den Massenmord an Juden in der Ukraine erforscht – auf dem Programm stand.

In Oradour-sur-Glane besuchten die Teilnehmer das Centre de la Mémoire und wurden von Robert Hébras, einem Überlebenden des Massakers vom 10. Juni 1944, durch das Ruinendorf geführt. Der Bürgermeister von Oradour, Raymond Frugier, lud zu einem offiziellen Empfang.

Zurück in Berlin kam es nach einem intensiven Arbeitsgruppentag, bei dem sich die Teilnehmer in Kleingruppen mit unterschiedlichsten Themen beschäftigten, zum Höhepunkt der Jugendbegegnung: die Teilnahme an der offiziellen Gedenkstunde des deutschen Bundestages, zusammen mit Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert sowie den Abgeordneten aller Fraktionen. Im Anschluss daran folgte für die Jugendlichen eine Diskussionsrunde mit Norbert Lammert, geleitet von Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan.

Mathias Althaler, derzeit Gedenkdiener am Centre de la Mémoire in Oradour-sur-Glane, hatte die Gelegenheit an der Jugendbegegnung als Vertreter des Österreichischen Auslandsdiensts teilzunehmen.

Weitere Informationen bei Mathias Althaler

John Rabe: Film über den „chinesischen Oskar Schindler“ kommt ins Kino

Dezember 1937: Japanische Soldaten fallen in der chinesischen Stadt Nanjing ein. Ein deutscher Geschäftsmann ist vor Ort und bringt während eines gewaltigen Massakers 250.000 chinesischen Zivilisten, die vor Erschießung und Vergewaltigung fliehen, in Sicherheit.

Heute lebt die Erinnerung an diesen deutschen Geschäftsmann namens John Rabe wieder auf. Dem „Oskar Schindler von China“ ist ein Kinofilm von Regisseur Florian Gallenberg gewidmet, der am 2. April in die Kinos kommt.

Als die japanischen Soldaten die damalige Hauptstadt Nanjing einnahmen, die heute zirka drei Autostunden von Shanghai entfernt liegt, richteten sie dort ab Mitte Dezember ein drei bis sechs Wochen andauerndes Massaker an, bei dem vermutlich 300.000 chinesische Zivilisten getötet wurden.

Der bekennende Nationalsozialist John Rabe blieb, im Gegensatz zu den meisten anderen Diplomaten, mit einer Hand voll Ausländern in der Stadt und wurde unfreiwillig zum Vorsitzenden der zirka 2×2 km großen internationalen Sicherheitszone, die unter dem Schutz des Hakenkreuzes stand. Sein Team und er setzten ihr Leben aufs Spiel, um die Versorgung der Menschen sicherzustellen und so vielen wie nur irgendwie möglich das Leben zu retten.

Der Österreichische Auslandsdienst hat nun das Glück, dass Thomas Plesser, ein 19-jähriger Niederösterreicher, bis Sommer 2009 seinen Auslandsdienst im John Rabe Museum in Nanjing ableistet. Das Team leistet Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenster Form: Es betreibt Forschungsarbeiten, veröffentlicht Artikel in wissenschaftlichen Magazinen und Zeitungen, bietet Informationen über das Internet an und vieles mehr.

Thomas Plesser begleitet Lehrer Xiao regelmäßig zu qualitativen Interviews mit Zeitzeugen. Diese erzählen sehr emotional über Freunde und Familienmitglieder, Geschwister und Eltern, die zum großen Teil schon nach der Einnahme auf offener Straße erschossen wurden. Erschreckend viele Mädchen wurden verschleppt und oft mehrere Male vergewaltigt.

Heute hat das unaufgearbeitete Massaker noch immer große Auswirkungen auf das gesellschaftliche Bewusstsein und bilaterale Beziehungen. Vor vier Jahren fanden in Peking große Mobilisierungen statt. Auslöser war der „ Schulbuchstreit “: In wenigen japanischen Schulbüchern wurde die Invasion zu einem „Vorfall“ heruntergespielt.

Weitere Informationen bei Thomas Plesser und auf http://www.johnrabe.de/

---------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

back to top


Österreichischer Auslandsdienst
Vorsitzender Dr. Andreas Maislinger A - 6020 Innsbruck, Hutterweg 6