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Zwei Sozialdiener in Dharamsala – so nah und doch so fern:

Im nordindischen Dharamsala sind zur Zeit mit Bernhard Siquans und Simon Baur zwei österreichische Auslandsdiener im Einsatz. Während Simon Baur seit März 2008 für die Organisation „Nishtha“ im Stadtteil Sidhbari tätig ist, arbeitet Bernhard Siquans für das „Tibetan Welfare Office“ im Stadtteil McLeod Ganj, welcher auch der Sitz der Tibetischen Exilregierung ist, und trat seinen Sozialdienst bereits im August 2007 an.

„Es ist sehr interessant, dass wir geographisch so nahe aneinander wohnen und trotzdem in zwei verschiedenen Welten leben", beschreibt Bernhard sein und Simons Leben in der weitläufigen Stadt. Seit dem 49. Tibetan Uprising Day am 10. März 2008 erlebt die Stadt eine Phase täglicher Lichtermärsche und vieler Kundgebungen, Versammlungen und weiterer Aktionen, die der junge Niederösterreicher bisweilen miterleben konnte.

„Die tibetische Situation, welche bereits seit den 1950ern anhält, ist unglaublich und für mich unverständlich", zeigt sich der 20-Jährige schockiert. „Die blutige Niederschlagung der Proteste und die damit verbundenen vielen Todesopfer in Tibet sind sehr tragisch, aber gleichzeitig ein eindeutiger Fingerzeig an die Internationale Gemeinschaft – der hoffentlich auch wahrgenommen wird.“

Das Tibetan Welfare Office ist eine direkte Institution der tibetischen Exilregierung mit vielen verschiedenen Aufgabenbereichen, die von Sicherheitsangelegenheiten über Arbeitslosen- und Frauenvereinigung bis zu Umweltschutz- und Abfallbeseitigungsprogrammen reichen. „Genauso vielfältig, wie die Arbeit des Tibetan Welfare Office ist, gestaltet sich auch meine Arbeit", fasst Siquans seine Aufgaben als Auslandsdiener kurz zusammen.

Weitere Informationen bei Bernhard Siquans

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Von Buenos Aires nach Tschechien: Willi Kozanek leistet Gedenkdienst in Prag:

Vom 1. August 2007 bis zum 31. März 2008 leistete der Tiroler Willi Kozanek Sozialdienst in Buenos Aires. Nach acht Monaten am „Centro de Atención Integral a la Niñez y Adolescencia“ wechselte er in die tschechische Hauptstadt, wo er für die „Föderation der Jüdischen Gemeinden“ als Gedenkdiener tätig ist.

„Vor allem reizte mich der Kontrast“, begründet Kozanek seine Entscheidung, Auslandsdienst an zwei verschiedenen Orten zu leisten: „In Buenos Aires arbeitete ich mit Straßenkindern, die noch ihr ganzes Leben vor sich haben, in Prag mit alten Menschen, die eher zurück als nach vorne blicken.“ Seine Zeit in Lateinamerika sei die mit Abstand spannendste seines Lebens gewesen, sein neues Umfeld und die Arbeit in Prag seien jedoch ebenfalls „unheimlich interessant“.

„In Prag fahre ich vormittags Essen aus, nachmittags treffe ich mich mit einem der Mitglieder der Jüdischen Gemeinde und wir machen Spaziergänge und Einkäufe oder wir reden einfach nur.“ Die Menschen, mit denen Kozanek arbeitet, sind Juden und teils Überlebende aus den ehemaligen NS-Konzentrationslagern. „Es ist beeindruckend, wenn diese Personen Einblicke in jene Vergangenheit zulassen und man merkt, dass sie extrem froh über Gespräche mit jungen Menschen sind“, erzählt der Gedenkdiener aus seinen persönlichen Erfahrungen.

Weitere Informationen bei Willi Kozanek

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Egon Ranshofen-Wertheimer Preis an Ernst Florian Winter:

Am 3. Mai 2008 fand in Braunau am Inn die Verleihung des Egon Ranshofen-Wertheimer Preises statt. Dieser Preis wird seit 2007 von der Stadt Braunau und dem Verein für Zeitgeschichte an Auslandsösterreicher, die sich in besonderem Maße für ihre Heimat engagieren bzw. engagiert haben, verliehen.

Heuer wurde Dr. Ernst Florian Winter (83) mit diesem Preis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der hochrangige Diplomat und Mitarbeiter der Diplomatischen Akademie Wien Michel Cullin. Die Ehrung in Braunau war ein Höhepunkt einer mehrtätigen Reise, die Dr. Winter an die Schauplätze seines Einmarschs mit der US-Armee 1945 führte.

Dr. Ernst Florian Winter ist ein österreichisch-US-amerikanischer Historiker und Politikwissenschaftler. Er war als Professor an verschiedenen amerikanischen Universitäten tätig. Von 1964 bis 1967 war er Direktor der Diplomatischen Akademie Wien. Weiters arbeitete Dr. Winter im Laufe seiner Diplomatischen Karriere unter anderem für die UNESCO, teilweise als UN-Mitarbeiter für die Volksrepublik China und aktuell für ein Umweltprogramm der Vereinten Nationen im Kosovo.

Der Österreichische Gedenkdienst war durch Dr. Andreas Maislinger, Jörg Reitmaier, Tobias Aigner und Lukas Chatzioannidis vertreten.

Weitere Informationen bei Jörg Reitmaier

63. Internationale Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Ebensee:

Am Samstag, dem 16. Mai 2008, fand am KZ-Friedhof in Ebensee (Oberösterreich) die Internationale Gedenkfeier zum 63. Jahrestag der Befreiung des KZ Ebensee statt. Neben der Erinnerung an die Millionen Opfer des Nationalsozialismus und besonders an jene, die im KZ Ebensee ums Leben kamen, standen in diesem Jahr auch die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Ebensee und Prato (Italien) im Mittelpunkt.

Zahlreiche Politiker, darunter die erste Landtagspräsidentin von Oberösterreich, Frau Angela Orthner, und der Landeshauptmann der Region Toskana, Herr Claudio Martini, äußerten in ihren Ansprachen ihre Gedanken zum Gedenken an den Nationalsozialismus. Nahezu in allen Reden kam die große Verantwortung, die der heutigen Jugend zukommt, zum Ausdruck. Angesichts der vielen teilnehmenden Jugendgruppen aus Italien, Polen, Deutschland, Spanien und Österreich fanden die Appelle viel Gehör.

Daneben beeindruckten aber vor allem die Schilderungen ehemaliger Gefangener. Besonders ergreifend war dabei die Geste Mario Picciolis, eines Überlebenden aus Florenz, der zehn Jugendlichen eine Ausgabe seines Buches, welches seine Lebensgeschichte erzählt, schenkte.

Außerdem präsentierten Jugendliche aus Polen, Deutschland, Italien und Österreich die Ergebnisse des einwöchigen Jugendprojekts „Der Erinnerung eine Zukunft geben“. Der österreichische Auslandsdienst war durch seinen Vorsitzenden, Herrn Dr. Andreas Maislinger, sowie die angehenden Gedenkdiener Jörg Reitmaier (Richmond), Thomas Böhler (Prato) und Andreas Kriechbaum (Prato) vertreten.

Weitere Informationen bei Thomas Böhler

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Juli
 
Erste Sozialdienststelle auf Madagaskar: das Projet d’Analalava

Seit 1. August 2008 ist mit Klaus Berger der erste österreichische Auslandsdiener in Madagaskar im Einsatz. Der junge Niederösterreicher arbeitet für das Projet d’Analalava im Nordosten der Insel nahe der Stadt Antalaha. Am 1. August 2009 wird Berger von Ralph Öllinger abgelöst werden, der sich bereits intensiv auf seinen Sozialdienst vorbereitet.

Neben einer näheren Auseinandersetzung mit der speziellen Kultur und der Geschichte des Landes eignet sich Öllinger abgesehen vom Französischen auch Kenntnisse der Sprache Malagasy an. Als Gärtner ist die neue Einsatzstelle für ihn wie geschaffen, widmet sich das Projet D’Analava doch dem Erhalt des Ökosystems der tropischen Regenwälder. „Ich habe mich schon mit 15 für das Projekt newTree interessiert und der Gedanke, dass man ‚totes’ Land wieder beleben kann, hat mich bis heute nicht los gelassen“, fasst Öllinger seine Motivation zusammen.

Das Projet d’Analava wurde 1994 gegründet und widmet sich neben dem Schutz des Regenwaldes auch der Bewusstseinsbildung und einer alternativen Erwerbsgrundlage in der lokalen Bevölkerung. Denn nicht nur illegaler Holzeinschlag stellt eine Gefahr für die Wälder dar, auch das auf Brandrodung aufbauende traditionelle Landwirtschaftssystem „Tavy“ bedroht das Ökosystem und führt letztlich zur Bodenerosion.

Weitere Informationen bei Ralph Öllinger

(von Manuel Eitzinger)

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Paul Lackenbucher arbeitet für die Royal London Society for the Blind

Die Royal London Society for the Blind (RLSB) ist eine 1838 gegründete Wohltätigkeitsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, blinden und behinderten Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Seit 1. September 2008 ist die von der RLSB geführte Dorton House School in Seal nahe London die Einsatzstelle des Sozialdieners Paul Lackenbucher aus Kärnten. Die Schule beherbergt Kinder aller Altersgruppen und zielt auf ein möglichst hohes Maß an Selbstständigkeit in allen Bereichen des Lebens ab.

„Im wesentlichen bin ich einer festen Klasse zugeteilt, die ich die ganze Woche über begleite. Durch meine ständige Anwesenheit habe ich die Kinder schon sehr gut kennen gelernt.“ Einige der Schüler sind komplett blind, andere haben noch eine gewisse Restsehfähigkeit, die sie, so Lackenbucher, „erstaunlich gut“ nutzen. Im Unterricht wird daher entweder mit Großdruck oder mit Braille-Blindenschrift gearbeitet, die auch der junge Kärntner schon zu einem Großteil erlernt hat.

„Meine Aufgaben an der RLSB sind äußerst vielfältig; ich bin einfach immer für die Kinder da und helfe, wo ich kann. Die Herausforderung an meiner Arbeit besteht darin, auf die vielen Bedürfnisse der Schüler einzugehen und das nötige Maß an Geduld und Zuwendung aufzubringen“, beschreibt der Sozialdiener seinen Alltag.

„Ich genieße die Arbeit mit den Kindern und sie bereitet mir sehr viel Freude. Natürlich gibt es auch sehr viele anstrengende und emotional belastende Momente, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich hier, vor allem, da ich mich mit den Kindern und Mitarbeitern wirklich gut verstehe.“

Weitere Informationen bei Paul Lackenbucher

(von Paul Lackenbucher)

Valentin Hofer beendet Dienst im Los Angeles Museum of the Holocaust

Der Oberösterreicher Valentin Hofer absolvierte seinen Gedenkdienst vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2008 im L.A. Museum of the Holocaust, einer von drei vom Österreichischen Auslandsdienst angebotenen Einsatzstellen (neben dem Simon Wiesenthal Center und der USC Shoah Foundation) in der zweitgrößten Stadt der USA.

„Ich denke ich hätte nur sehr schwer meine Zeit und meinen Dienst sinnvoller nutzen können als nach Los Angeles zu gehen. Dabei ist gar nicht so wichtig wohin es geht, viel mehr zählt der Gedanke etwas Positives zu tun, sich persönlich weiterzuentwickeln, ein fremdes Land und fremde Leute kennen zu lernen“, so der 20-Jährige aus Alkoven im Bezirk Eferding stammende Hofer. „Ich kann jedem nur empfehlen, etwas ähnliches zu tun.“

Mit einigen Schwierigkeiten begann sein Gedenkdienst in der kalifornischen Metropole, aufgrund diverser Probleme das Visum zu bekommen, musste der Dienstantritt schlussendlich vom 1. August auf 1. Oktober verschoben werden – sogar die New York Times berichtete über diesen außergewöhnlichen Fall.

Zu Valentin Hofers Aktivitäten während seines zwölfmonatigen Aufenthalts in Los Angeles zählten neben diversen Aufgaben im Büro und der Katalogisierung und Übersetzung von Dokumenten im Archiv unter anderem auch die Koordination und Durchführung von Führungen und die aktive Organisation von Veranstaltungen des Museums.

„Ich war der erste Gedenkdiener im Los Angeles Museum of the Holocaust und kann allen Kollegen vom Österreichischen Gedenkdienst diese Stelle nur wärmstens empfehlen. Durch die kompakte Größe bekommt man viele und abwechslungsreiche Aufgaben und wird wirklich gebraucht.“

Weitere Informationen bei Valentin Hofer

(von Klaus Teuschler)

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Gedenkdienst in München: Peter Seiringer im Jüdischen Museum

Peter Seiringer leistet seit 1. November 2008 seinen Gedenkdienst im Jüdischen Museum München und wird ihn am 31. August 2009 beenden.

Seine Aufgabe im Museum beschreibt er als zweigeteilt: Etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt er als Betreuer der Museumsbesucher. Als solcher gibt er kurze Überblicksführungen durch die einzelnen Ausstellungsebenen und beantwortet Fragen von Besuchern, welche zum Großteil aus dem deutsch- bzw. englischsprachigen Raum kommen. Die Besetzung des Informationsdesks im Foyer des Museums fällt ebenfalls in seinen Aufgabenbereich.

Besonders diese Tätigkeit gefällt Peter Seiringer ausgesprochen gut: „So bin ich sehr viel in Kontakt mit Menschen auch aus anderen Kulturen und ich konnte schon sehr viel interessante Gespräche führen.“ Zudem fungiert er als Kommunikationspunkt zwischen den Besucherbetreuern und Museumsmitarbeitern, da er als Einziger sowohl im Museum im Besucherservice tätig ist, als auch mit Museumsmitarbeitern zusammenarbeitet.

In der anderen Hälfte seiner Arbeitszeit unterstützt er den Leiter des Besucher- und Veranstaltungsdienstes in seinen Aufgaben. So ist er unter anderem dafür verantwortlich, die Besucherstatistik wöchentlich zu aktualisieren, die Führungs- und Gruppenanmeldungen in den Buchungskalender einzutragen und Führungsanfragen zu beantworten.

An der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, die in regelmäßigen Abständen im Museum stattfinden, ist Peter Seiringer auch beteiligt. Beispiele hierfür sind die „Lange Nacht der Museen “ oder das „Föhrenwald-Treffen“, eine Zusammenkunft von ehemaligen „displaced persons“, welche im Lager Föhrenwald untergebracht waren, und deren Nachfahren. Die Mithilfe beim Auf- und Abbau von Ausstellungen gehört ebenfalls zu seinen Tätigkeiten als Gedenkdiener.

Weitere Informationen bei Peter Seiringer

(von Simon Gansinger)

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Gedenkdiener treffen auf junge Diplomaten

Am 5. Dezember 2008 kam es anlässlich des österreichischen Gedenkjahres 2008 zu einer Premiere: Einige ehemalige und zukünftige Gedenkdiener wurden von Botschafter Emil Brix eingeladen, an einem Treffen mit jungen Diplomaten, Vertretern des Ministeriums für Äußeres (unter ihnen Ferdinand Trauttmansdorff und Emil Brix) und Vertretern der International Holocaust Task Force teilzunehmen; Österreich hatte 2008 ja bekanntlich den Vorsitz der Task Force inne.

Das vorrangige Ziel dieses Erstversuchs war es, im Rahmen des Treffens einen für alle Seiten sehr interessanten Wissensaustausch zu ermöglichen und den jungen Diplomaten die Chance zu geben, von den Erfahrungen der Gedenkdiener zu profitieren, die als „inoffizielle“ Botschafter Österreichs bereits in vielen Teilen dieser Erde ihren Auslandsdienst geleistet hatten. Den Vertretern des Auslandsdiensts wurde hingegen die Chance gegeben, den Verein vor hochrangigen Vertretern des Außenministeriums zu präsentieren und eine gute Basis für weitere Zusammenarbeit zu schaffen.

Das Treffen war von großem Interesse geprägt, in dem die Auslandsdiener Michael Procházka, Jörg Reitmaier, Daniel James Schuster, Valentin Hofer, Johannes Webhofer und Daniel T. Schenz als Vertreter unseren Verein präsentierten, während Andreas Maislinger vielmehr als Gründer des Auslandsdienstes auftrat.

Am Ende des Tages blieben viele positive Erfahrungen, die Gewissheit eines sehr erfolgreichen Informationsaustausches, und der Wunsch, einen solchen möglichst bald zu wiederholen.

Weitere Informationen bei Daniel T. Schenz

(von Lukas Wieser)

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Österreichischer Auslandsdienst
Vorsitzender Dr. Andreas Maislinger A - 6020 Innsbruck, Hutterweg 6